Klaus Woodtli Baumpflege AG
Tel 031 931 53 75
Fax 031 931 53 89
 
 
Woodtli Baumpflege Ost AG
Tel 071 655 16 51
Fax 071 655 16 66

  • *
Neue Luzerner Zeitung; 29.04.2005 Thomas Schmid, Luzern
Weshalb hat unser Lindenbaum noch nie geblüht?

fWir besitzen seit zirka zehn Jahren einen Lindenbaum. Dieser hat noch nie geblüht. Gibts Lindenbäume, die nicht blühen? Was kann man dagegen tun?

Es kann nicht an der ungenügenden Befruchtung liegen, wenn eine Linde gar nicht blüht. Alle Linden tragen Blüten, die weibliche als auch männliche Geschlechtsteile vereinigen.

Werden Linden aus Sämlingen gezogen, dauert es generell länger, bis sie Früchte tragen. Wie alt diese Linden werden müssen, ist unterschiedlich und schwer vorauszusagen. Bei Linden spricht man von 20 bis 30 Jahren, bis sie fruchtbar sind. Beobachtet man jüngere Linden mit Blüten, handelt es sich um veredelte Bäume. Auf Unterlagen veredelte Edelreiser blühen und fruchten früher. Möchte man also einen Jungbaum pflanzen, müsste es sich bei der neuen Linde um einen veredelten Baum handeln.

Geschichtsträchtiger Baum
Linden, mit botanischem Vornamen Tilia, kommen in ganz Europa und in weiten Teilen Vorderasiens vor. Es sind rund 50 Arten bekannt. Sie gehören zur Familie der Tiliaceae, einer Familie, der noch sechs weitere Pflanzengattungen angehören, unter anderem auch die Zimmerlinde.

Kaum ein anderer Baum ist mit dem Leben der Menschen so eng verbunden wie die Linde. Sie steht auf Bauernhöfen, in der Mitte von Siedlungen, auf Hügeln, war Ort von Versammlungen und Rechtsprechung und spielt in vielen Märchen, Gedichten und Liedern eine grosse Rolle. Zudem wird durch unzählige Familiennamen und über 1000 Ortsnamen im deutschen Sprachraum deutlich, wie eng der Baum in der Seele der Menschen verwurzelt ist. Heute haben Linden als Park- und Alleebaum eine grosse Bedeutung, denn einige Arten können sich in unserem städtischen Strassenraum sehr gut anpassen.

Winterlinde (Tilia cordata)
Die Winterlinde heisst botanisch Tilia cordata. Sie kann 30 Meter Höhe erreichen. Die Blätter sind recht klein, 3 bis 10 Zentimeter lang und rundlich. Der Blattrand ist gleichmässig scharf gesägt, die Oberseite des Blattes ist kahl. Die Unterseite besitzt rostfarbene Achselbärtchen. Winterlinden können neben Eichen und Eiben von allen europäischen Baumarten das höchste Alter erreichen. Zwar sind 1000-jährige Linden bei weitem nicht 1000 Jahre alt, einige hundert Jahre lassen sich aber bei vielen Linden nachweisen. Die Winterlinde wird als Park-, Allee-, Hof- und Dorfbaum noch heute sehr oft verwendet. Sie gedeiht am besten in nährstoff-reichen, trockenen Böden.

Sommerlinde (Tilia platyphyllos)
Die Sommerlinde (Tilia platyphyllos) übertrifft die Winterlinde in ihrer Wuchshöhe. Auch ihre lebhaft grünen Blätter sind wesentlich grösser. An den Blättern stellt man am ehesten fest, ob man eine Sommer- oder eine Winterlinde vor sich hat: Zwar hat auch die Sommerlinde Achselbärtchen, diese sind aber nicht rostfarbig, sondern weiss. Ein weiterer Unterschied ist auch an den einjährigen Trieben festzustellen: Diese sind an beiden Linden olivgrün und auf der Sonnenseite leicht gerötet. Die Triebe der Sommerlinde jedoch sind während des ersten Jahrs flaumig behaart. Die Winterlinde verliert diese Behaarung rasch. Die Sommerlinde treibt sehr früh aus, blüht ungefähr zwei Wochen vor der Winterlinde und ist auch deshalb eine ausgezeichnete Bienenweide. Sie ist etwas anspruchsvoller an den Standort als ihre etwas robustere Kollegin.

 

 


copyright 2009 baumpflege-woodtli.ch